Franz Riedl, Stephan Siebers

genius loci / form.zwischen.raum

Relief, Zeichnung, Skulptur

Die Vernissage der Ausstellung feiern wir am Freitag, den 07.02.2020 ab 19 Uhr.

Ausstellungsdauer: 08.02 - 22.03.2020

Klare Konstruktion und stoffliche Präsenz kennzeichnen Franz Riedls architektonisch-geometrische Reliefs, die der Wiener Künstler in kartonstarkes Papier schneidet, ohne die lineare Raumkomposition zu durchtrennen. Anschließend knickt er einzelne Schnittsegmente, so dass sie aus der Bildebene hervor- oder zurücktreten und ein plastischer, mehrdimensionaler Raumeindruck der reinen weißen Flächenformen entsteht. Mit der Tuschezeichnung überführt Franz Riedl ebenfalls abstrakt reduzierte Architekturansichten in eine zarte Strichführung. Häufig liegen ihnen Fotografien historischer Gebäude zugrunde, die der Künstler im Sinne eines „genius loci“ auf ihre konstruktive sowie auratische Charakteristik untersucht und „weiterschreibt“. Diese zeichnerische Fortsetzung lässt Architekturzitate und neue imaginäre Räume zu utopisch-visionären Stadtlandschaften verschmelzen.

Auch Stephan Siebers’ künstlerische Arbeit basiert auf geometrischen Formen im Verhältnis zum umgebenden Raum. DerKölner Bildhauer thematisiert die Gesetze der Schwerkraft und ihre Dekonstruktion. Mit spannungsvollen Variationen scheinbar unmöglicher Balanceakte überrascht er das Auge. Die Einfachheit der Stahlskulpturen lässt die Schwere des Materials vergessen. Rhythmisiert durch Verschiebungen und Staffelungen offener sowie geschlossener Formelemente entstehen Kompositionen, deren Teile gleichwertig miteinander verklammert sind. Ihre verschachtelten Flächen interagieren im Wechselspiel von Dynamik und Ruhe. Die kontrapunktischen Zwischenräume innerhalb wie außerhalb dieser übereinander drängenden Körper richten den Blick des Betrachters nicht zuletzt auf die variablen Konturen der eigenen Existenz.

Veranstaltungshinweise
Sonntag, 23.02.2020, 15 Uhr Literatursonntag der Galerie 
Donnerstag, 05.03.2020, 18 – 22 Uhr Apéro/l’Art – Rundgang und Aperitif
Sonntag, 22.03.2020, 15 Uhr Führung, Sekt und Süßigkeiten zur Finissage der Ausstellung