Helmut Helmes

Strand, Land, Fluss

Malerei

Publikationshinweis:
Zur Ausstellung ist ein neuer Oeuvrekatalog des Künstlers erschienen.

Ausstellungsdauer: 14.06 - 26.07.2020

Seit Jahren setzt sich Helmut Helmes mit der Charakteristik des norddeutschen Landschaftsraums auseinander. In lebhaften Tönen schildert er das Grün der feuchten Wiesen, das sich gelblich färbt, wenn die Sonne es streift, und die Farbenpracht schlichter Feldblumen in Heide und Moor – das Blau der Gewässer mit reizvollen Spiegelungen – den Strand von Nord- und Ostsee, wo Wind und Wetter ihre elementare Kraft offenbaren. Helmut Helmes vermittelt einen starken Natureindruck dieser weiten, herben Landschaft, in der helle Birkenstämme vor dunklem, bewaldetem Hintergrund aufleuchten. In ihren Niederungen findet der Maler schmale Wasserläufe und verwunschene Tümpel. Wie der Seerosenteich von Giverny für Claude Monet, für Max Liebermann der Wannsee oder für Lovis Corinth der Walchensee eine bemerkenswerte Motivvielfalt begründete, so fand auch Helmut Helmes während der vergangenen Monate in Flüssen, Fleeten und Seen mit Uferzonen voll’ üppiger Vegetation eine buchstäblich überfließende Quelle der Inspiration. Er malt sie in verschiedenen Perspektiven und Jahreszeiten. Auf diese Weise gelangt er zu variantenreichen Darstellungen ihrer charakteristischen Licht-, Luft- und Farbatmosphäre. 

Man spürt den Wind, der über die Ebenen fegt und meint, die Gewässer plätschern zu hören. Somit enthält Helmut Helmes’ Malerei klangvolle Elemente: Halme rascheln in einer leichten Brise, Blätter und Wipfel rauschen – die Gegenwart des jeweiligen Ortes erscheint sinnlich wahrnehmbar. Dies gilt besonders für die idyllisch zwischen Schilfrohr und Binsen gelegenen Teiche, wo es gurgelt und im Röhricht knackt. Kommt Wind auf, kräuselt sich die von schillernden Lichtern durchzogene Oberfläche und kleine Wellen schaukeln die Blätter der Seerosen. In seinen Meer- und Dünenlandschaften erweitert der Maler die Tiefe des Hintergrundes. Das Auge kann ungebremst bis zum Horizont blicken. Darüber öffnet sich ein hoher Himmel als gleichwertiger malerischer Raum, bewegt durch den lebhaften Pinselduktus mit dem das Weiß der Wolken, der Gischt und Lichtreflexe komponiert ist.